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Jauchzt Gott zu, alle Welt: Eine Andacht zu Psalm 47

Diese Andacht beleuchtet Psalm 47, einen feierlichen Lobpreis Gottes als den großen König über die ganze Erde. Sie lädt dazu ein, seine Souveränität anzuerkennen, ihm mit Jubel zu begegnen und seine Herrschaft über alle Völker zu preisen.

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Datum

21.05

Jauchzt Gott zu, alle Welt: Eine Andacht zu Psalm 47

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Titel: Jauchzt Gott zu, alle Welt: Eine Andacht zu Psalm 47

Einleitung: Der Ruf des Königs

Hast du jemals innegehalten und dich gefragt, wer wirklich die Fäden dieser Welt in der Hand hält? In einer Zeit, die von politischer Instabilität, gesellschaftlichen Umbrüchen und persönlichen Unsicherheiten geprägt ist, wirkt die Frage nach einer souveränen Herrschaft oft wie ein fernes Echo aus einer vergangenen Epoche. Doch genau hier setzt Psalm 47 an. Er ist nicht nur ein Lied; er ist eine Proklamation. Er ist ein kosmisches Ereignis, eingefasst in poetische Zeilen, die uns dazu auffordern, unsere Perspektive radikal zu ändern.

Psalm 47 gehört zu den sogenannten „Zionsliedern“ oder „Thronbesteigungspsalmen“. Er wurde von den Söhnen Korahs verfasst, einer Gruppe von Tempelsängern, die trotz der wechselvollen Geschichte ihres eigenen Hauses (man denke an die Rebellion Korahs in der Wüste) zu den treuesten Lobpreisern im Hause Gottes wurden. Dieser Psalm ist ein leidenschaftlicher Aufruf an die gesamte Schöpfung, den wahren Herrscher anzuerkennen.

In dieser tiefgehenden Andacht werden wir Vers für Vers durch diesen gewaltigen Text gehen. Wir werden die theologische Tiefe der Souveränität Gottes ausloten, die historische Einbettung verstehen und die Bedeutung für dein persönliches Leben als Nachfolger Jesu Christi entdecken. Wir nutzen dabei ausschließlich die Elberfelder Bibel (EB), um der präzisen Wortwahl des Urtextes so nahe wie möglich zu kommen.


Teil 1: Der universale Aufruf zum Jubel (Verse 2-3)

„Alle Völker, klatscht in die Hände! Jauchzt Gott zu mit der Stimme des Jubels! Denn der HERR, der Höchste, ist furchtgebietend, ein großer König über die ganze Erde.“ (Psalm 47,2-3 EB)

Die körperliche Dimension des Lobpreises

Der Psalm beginnt nicht mit einer leisen Bitte, sondern mit einem imperialen Befehl an die Nationen. „Alle Völker, klatscht in die Hände!“ Das Händeklatschen ist hier kein Ausdruck bloßer Begeisterung, wie wir es bei einem Konzert erleben. Im biblischen Kontext ist es ein Akt der Akklamation – die öffentliche Anerkennung eines neuen Königs (vgl. 2. Könige 11,12).

Du wirst hier aufgefordert, Gott nicht nur im Stillen deines Herzens zu ehren, sondern mit deiner gesamten Existenz. Die „Stimme des Jubels“ ist das hebräische Teruah – ein Schall, der Mauern zum Einstürzen bringt und Heere in Bewegung setzt. Es ist der Klang des Sieges. Warum fordert der Psalmist diesen enthusiastischen, fast schon lärmenden Lobpreis? Weil es um die Realität der Herrschaft geht. Wenn Gott regiert, bleibt kein Raum für eine neutrale, distanzierte Haltung.

Gott als der Höchste (El Elyon)

Die Begründung für diesen Jubel liegt im Wesen Gottes selbst: „Denn der HERR, der Höchste, ist furchtgebietend“. Hier wird der Gottesname Jahwe mit dem Titel Elyon (der Höchste) verknüpft. Das ist von entscheidender theologischer Relevanz. Elyon betont die transzendente Erhabenheit Gottes über alle anderen Mächte, Götzen und menschlichen Instanzen.

Dass Er „furchtgebietend“ (nora) ist, bedeutet nicht, dass du vor Ihm in panischer Angst zurückweichen sollst. Vielmehr beschreibt es jene heilige Erschütterung, die einen Menschen trifft, wenn er mit der unendlichen Heiligkeit und Macht des Schöpfers konfrontiert wird. Er ist kein „Gott im Taschenformat“, den wir nach unseren Wünschen formen können. Er ist der „große König über die ganze Erde“. Beachte die Universalität: Nicht nur über Israel, sondern über die ganze Erde. Das bricht jeden religiösen Nationalismus auf. Sein Anspruch ist total.

Anwendung für dich: Wie oft begegnest du Gott mit dieser Ehrfurcht? In deinem Gebetsleben neigst du vielleicht dazu, Gott als einen Erfüller deiner Bedürfnisse zu sehen. Psalm 47 ruft dich zurück zur Anbetung Seiner Souveränität. Erkenne heute an, dass Er über deinen Sorgen, über den politischen Mächten und über den Krisen dieser Welt thront. Klatsche metaphorisch – oder ganz real – in die Hände, weil dein König regiert.


Teil 2: Der Gott der Geschichte und der Erwählung (Verse 4-5)

„Er unterwirft uns Völker und Völkerschaften unter unsere Füße. Er erwählt uns unser Erbteil, die Herrlichkeit Jakobs, den er geliebt hat. (Sela.)“ (Psalm 47,4-5 EB)

Souveränität in der Geschichte

Der Psalmist blickt nun von der universalen Herrschaft auf das konkrete Handeln Gottes in der Geschichte Israels. „Er unterwirft uns Völker.“ Dies mag für moderne Ohren kriegerisch klingen, aber theologisch geht es hier um das Durchsetzen des göttlichen Willens. Gott ist kein passiver Beobachter der Weltgeschichte. Er greift ein. Er ordnet. Er setzt Grenzen.

Für dich bedeutet das: Die Geschichte ist kein Zufallsprodukt. Auch wenn es in deinem Leben oder in der Weltgeschichte so aussieht, als hätten die Chaosmächte das Sagen, erinnert dich dieser Vers daran, dass Gott am Ende das letzte Wort spricht. Die „Völker unter unseren Füßen“ symbolisieren den Sieg Gottes über alles, was sich Seinem Reich entgegenstellt.

Das Geheimnis der Erwählung

Vers 5 führt uns ins Zentrum der Bundesbeziehung: „Er erwählt uns unser Erbteil“. Das Land Kanaan war das physische Erbteil, aber die „Herrlichkeit Jakobs“ ist weit mehr. Es ist die Gegenwart Gottes selbst. Gott erwählt nicht aufgrund von Verdiensten. Er erwählt Jacob (den Betrüger!), weil Er ihn geliebt hat.

Dies ist reine Gnade. Gott setzt Seine Liebe auf ein Volk, das es nicht verdient hat, um durch dieses Volk die ganze Welt zu segnen. Das „Sela“ am Ende des Verses fordert dich auf: Halte inne. Denke darüber nach. Die Souveränität Gottes ist untrennbar mit Seiner Liebe verbunden. Er ist der König, der für Sein Volk sorgt und ihm einen festen Platz, ein „Erbteil“, zuweist.

Anwendung für dich: Bist du dir deines „Erbteils“ in Christus bewusst? Im Neuen Testament ist das Erbteil nicht mehr ein geografisches Land, sondern das ewige Leben und die Gemeinschaft mit Gott (Epheser 1,11-14). Gott hat dich erwählt, bevor der Grund der Welt gelegt war. Nicht weil du so gut bist, sondern weil Er dich geliebt hat. Inmitten einer unsicheren Welt darfst du wissen: Dein Platz bei Ihm ist sicher. Er hat ihn für dich erwählt.


Teil 3: Der Aufstieg des Königs (Vers 6)

„Gott ist hinaufgezogen unter Jubelschall, der HERR unter Posaunenschall.“ (Psalm 47,6 EB)

Dies ist der dramatische Höhepunkt des Psalms. „Gott ist hinaufgezogen.“ Historisch-liturgisch bezieht sich das vermutlich auf die Überführung der Bundeslade auf den Berg Zion. Wenn die Lade, das Symbol der Gegenwart Gottes, in das Heiligtum gebracht wurde, war dies eine Thronbesteigungszeremonie.

Die christologische Dimension

Für uns als Christen hat dieser Vers jedoch eine tiefere, prophetische Bedeutung. Die Kirchenväter haben Psalm 47,6 immer als Hinweis auf die Himmelfahrt Jesu Christi verstanden. Nachdem Jesus das Werk der Versöhnung am Kreuz vollbracht und den Tod durch die Auferstehung besiegt hatte, „zog Er hinauf“.

Er ist der Herr, der unter Posaunenschall (dem Klang der himmlischen Heerscharen) Seinen Platz zur Rechten des Vaters eingenommen hat. Wenn du diesen Psalm betest, betest du zum erhöhten Christus. Er ist nicht mehr der leidende Knecht, sondern der triumphierende König. Der „Jubelschall“ ist die Antwort der Schöpfung auf die vollendete Erlösung.

Anwendung für dich: Wo schaust du hin? Auf den Boden deiner Probleme oder hinauf zum Thron? Dass Gott „hinaufgezogen“ ist, bedeutet, dass Er die Kontrolle übernommen hat. Nichts ist außerhalb Seiner Reichweite. Wenn du dich niedergeschlagen fühlst, erinnere dich: Dein Herr ist oben. Er regiert. Der Posaunenschall Seines Sieges klingt noch immer durch die Ewigkeit.


Teil 4: Die Aufforderung zur geistlichen Einsicht (Verse 7-8)

„Singt Psalmen Gott, singt Psalmen! Singt Psalmen unserem König, singt Psalmen! Denn Gott ist König der ganzen Erde; singt Psalmen mit Einsicht!“ (Psalm 47,7-8 EB)

Die Intensität des Lobpreises

Viermal in einem Vers werden wir aufgefordert: „Singt Psalmen!“ (Hebräisch: Zammru). Diese Wiederholung ist kein Zufall. Sie drückt eine heilige Dringlichkeit aus. Anbetung ist kein optionales Extra für „musikalische“ Christen. Es ist die angemessene Reaktion auf die Realität der Königsherrschaft Gottes.

Wenn wir singen, proklamieren wir die Wahrheit gegen unsere eigenen Zweifel und gegen die Lügen des Feindes. Wir singen „unserem König“. Er ist nicht nur der König, Er ist unser König. Hier wird die Souveränität persönlich.

Mit Einsicht singen (Maskil)

Besonders wichtig ist der Zusatz in Vers 8: „Singt Psalmen mit Einsicht!“ Das hier verwendete Wort ist Maskil. Es bedeutet ein kunstvolles Lied, aber auch ein Lied der Belehrung und der Weisheit.

Wahrer Lobpreis ist niemals gedankenlos. Es geht nicht um emotionale Manipulation oder das bloße Wiederholen von Phrasen. Gott möchte, dass dein Verstand (Einsicht) an der Anbetung beteiligt ist. Du sollst wissen, wen du anbetest und warum. Theologie (die Lehre von Gott) und Doxologie (das Lob Gottes) gehören untrennbar zusammen. Je mehr du über Gottes Wesen weißt, desto tiefer wird dein Lobpreis sein.

Anwendung für dich: Wie sieht deine Anbetung aus? Ist sie oft nur Routine? Gott lädt dich ein, „mit Einsicht“ zu singen. Beschäftige dich mit Seinem Wort, studiere Seine Eigenschaften. Wenn du das nächste Mal ein Lied im Gottesdienst singst oder allein zu Hause bist, achte auf den Text. Lass die Wahrheit über Gottes Herrschaft in deinen Verstand einsickern, damit dein Herz mit echter Leidenschaft antworten kann.


Teil 5: Die universale Herrschaft über die Nationen (Vers 9)

„Gott herrscht über die Nationen; Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.“ (Psalm 47,9 EB)

Hier erreicht der Psalm eine majestätische Ruhe. Nach dem Jubel, dem Klatschen und dem Posaunenschall folgt die Feststellung einer ewigen Tatsache: „Gott herrscht.“

Der heilige Thron

Gott regiert nicht von einem wackeligen, irdischen Stuhl aus. Sein Thron ist „heilig“. Das bedeutet, Seine Herrschaft ist vollkommen rein, gerecht und unantastbar. Während menschliche Regierungen oft von Korruption, Egoismus und Schwäche geprägt sind, ist Gottes Herrschaft absolut zuverlässig.

Dass Er über die „Nationen“ herrscht, ist eine Provokation für jeden weltlichen Herrscher. Es bedeutet, dass keine Regierung, kein Diktator und kein Parlament autonom ist. Sie alle stehen unter der Oberhoheit des heiligen Throns. Auch wenn die Nationen toben (wie Psalm 2 beschreibt), sitzt Gott ruhig auf Seinem Thron. Er wird nicht nervös, wenn die Weltnachrichten düster sind.

Anwendung für dich: In was setzt du dein Vertrauen? In politische Systeme? In deine eigene Fähigkeit, dein Leben zu kontrollieren? Vers 9 fordert dich heraus, dein Vertrauen allein auf den zu setzen, der auf dem heiligen Thron sitzt. Wenn dein Leben im Chaos versinkt, darfst du wissen: Der Thron im Himmel ist nicht leer. Gott ist dort. Er herrscht.


Teil 6: Die Einheit der Völker unter dem Gott Abrahams (Vers 10)

„Die Edlen der Völker sind versammelt als ein Volk des Gottes Abrahams. Denn Gott gehören die Schilde der Erde; er ist sehr erhaben.“ (Psalm 47,10 EB)

Dieser Schlussvers ist einer der prophetisch bedeutendsten Sätze des gesamten Psalters.

Die Erfüllung der Verheißung

Erinnere dich an die Verheißung an Abraham in 1. Mose 12,3: „In dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter der Erde.“ Psalm 47,10 sieht die Erfüllung dieser Verheißung. Die „Edlen der Völker“ – also die Führer und Fürsten der Heiden – kommen nicht als Besiegte, sondern sie versammeln sich freiwillig „als ein Volk des Gottes Abrahams“.

Hier wird die Vision einer universalen Anbetungsgemeinschaft gezeichnet. Die Barrieren zwischen Israel und den Nationen fallen. Durch den Messias werden Menschen aus allen Stämmen, Sprachen und Völkern zu einem einzigen Volk Gottes zusammengefügt. Das ist die Geburtsstunde der weltweiten Gemeinde Jesu Christi. Wenn du heute als Nichtjude Gott anbetest, bist du Teil der Erfüllung von Psalm 47,10.

Die Schilde der Erde

Was sind die „Schilde der Erde“? In der biblischen Bildsprache stehen Schilde oft für die Herrscher oder die militärische Macht. Alles, was Schutz und Macht beansprucht, gehört letztlich Gott. Er ist der „Herr der Heerscharen“. Nichts und niemand kann Schutz bieten außerhalb von Ihm.

Der Psalm endet mit dem kraftvollen Attribut: „Er ist sehr erhaben.“ Es gibt keine Steigerung mehr. Gott ist das Alpha und das Omega. Das Ziel der gesamten Weltgeschichte ist die Anerkennung Seiner absoluten Erhabenheit.

Anwendung für dich: Du bist Teil einer weltweiten Familie. Wenn du dich allein fühlst oder denkst, dein Glaube sei eine unbedeutende Randerscheinung, dann blicke auf dieses Bild: Die Edlen der Welt, die Völker der Erde, sie alle werden sich vor Ihm beugen. Du stehst in einer Reihe mit Millionen von Gläubigen durch alle Jahrhunderte. Dein Gott ist „sehr erhaben“ – lass diese Wahrheit deinen Stolz brechen und dein Selbstvertrauen durch Gottesvertrauen ersetzen.


Zusammenfassende theologische Reflexion: Gott als König

Um die Tiefe von Psalm 47 vollends zu erfassen, müssen wir uns mit der biblischen Theologie der „Königsherrschaft Gottes“ (Malchut Yahweh) auseinandersetzen. Warum ist es so entscheidend, Gott als König zu bezeichnen?

1. Die Souveränität Gottes

Souveränität bedeutet, dass Gott das Recht und die Macht hat, alles so zu tun, wie Er es will, wann Er es will und mit wem Er es will. Psalm 47 lässt keinen Raum für menschliche Autonomie. In einer Kultur, die das „Ich“ auf den Thron hebt, ist dieser Psalm ein heilsamer Schock. Gott ist der König. Du bist es nicht. Das ist die beste Nachricht, die du heute hören kannst, denn ein Gott, der nicht souverän ist, könnte dich auch nicht retten.

2. Die Universalität des Heils

Der Psalm sprengt die engen Grenzen eines rein nationalen Gottesbildes. Gott ist nicht nur der Gott der „Frommen“ oder einer bestimmten Gruppe. Er ist der König der ganzen Erde. Das verpflichtet uns zur Mission und zur Liebe für alle Völker. Wenn Gott alle Völker zum Jubel aufruft, können wir nicht gleichgültig gegenüber denen sein, die Ihn noch nicht kennen.

3. Die eschatologische Hoffnung

Psalm 47 ist ein Vorgeschmack auf das Ende der Zeit. Er beschreibt eine Realität, die jetzt schon im Himmel wahr ist, aber auf der Erde noch verborgen scheint. Wir leben im „Schon jetzt und noch nicht“. Jesus Christus ist bereits hinaufgezogen (Vers 6), Er sitzt auf Seinem Thron (Vers 9). Aber wir warten noch auf die sichtbare Vollendung, wenn jedes Knie sich beugen wird. Dieser Psalm gibt uns die Gewissheit, dass der Sieg bereits errungen ist.


Praxis: Wie du Psalm 47 in deinem Alltag lebst

Theologie ohne Praxis bleibt leer. Wie kannst du die gewaltigen Wahrheiten dieses Psalms in dein tägliches Leben integrieren?

1. Kultiviere eine Haltung der Akklamation

Mache es dir zur Gewohnheit, Gott den Tag über „zuzujauchzen“. Das muss nicht immer laut sein. Es ist eine innere Einstellung der Zustimmung zu Seiner Herrschaft. Wenn dir etwas Gutes widerfährt, erkenne Seine Hand darin an. Wenn du vor einer schwierigen Entscheidung stehst, sage: „Herr, Du bist der König über dieser Situation. Ich ordne mich Dir unter.“

2. Bete für die Nationen

Da Gott der König über die ganze Erde ist, sollte unser Gebet nicht an unserem Gartenzaun aufhören. Nimm Psalm 47 als Vorlage, um für Länder zu beten, in denen Verfolgung, Krieg oder Not herrschen. Proklamiere über diesen Gebieten: „Gott herrscht über die Nationen!“ Bitte Gott, dass die „Edlen“ dieser Länder Seine Herrschaft anerkennen.

3. Lerne das „Singen mit Einsicht“

Vertiefe dein Bibelstudium. Je mehr du die Elberfelder Bibel oder andere fundierte Quellen nutzt, um Gott besser kennenzulernen, desto reicher wird dein geistliches Leben. Suche nach Liedern und Psalmen, die Gottes Größe feiern, und meditiere über die Texte. Lass nicht zu, dass dein Glaube rein emotional bleibt. Gib deinem Geist Nahrung durch die Wahrheit Seiner Souveränität.

4. Überwinde die Furcht durch Ehrfurcht

Die Welt ist voller Dinge, die uns Angst machen wollen. Psalm 47 setzt der „Menschenfurcht“ die „Gottesfurcht“ (nora) entgegen. Wenn du erkennst, wie „furchtgebietend“ und „erhaben“ Gott ist, schrumpfen deine Probleme auf ihre wahre Größe zusammen. Der König der ganzen Erde ist dein Vater. Wenn Er für dich ist, wer kann gegen dich sein?


Ein tiefgehendes Gebet zu Psalm 47

Himmlischer Vater, wir kommen vor Deinen heiligen Thron. Wir danken Dir für das Zeugnis der Söhne Korahs in Psalm 47. Wir bekennen heute neu: Du bist der HERR, der Höchste. Du bist der große König über die ganze Erde.

Vergib uns, wo wir versucht haben, selbst auf dem Thron unseres Lebens zu sitzen. Wir beugen unsere Knie vor Dir. Wir klatschen in die Hände und jauchzen Dir zu, denn Du hast Großes getan. Wir danken Dir für Jesus Christus, der hinaufgezogen ist und nun zur Rechten Deiner Majestät thront. Er ist unser Friede, Er ist unser König.

Herr, wir beten für die Nationen dieser Welt. Wir bitten Dich, dass die Völker erkennen, dass Du allein Gott bist. Schenke den Mächtigen dieser Erde Einsicht, dass sie ihre Schilde vor Dir niederlegen. Lass Deine Gemeinde weltweit aufwachsen als das Volk des Gottes Abrahams.

Stärke unseren Glauben, damit wir mit Einsicht singen und leben. Lass Deine Souveränität unsere Sicherheit sein und Deine Liebe unser Erbteil. Wir preisen Dich, denn Du bist sehr erhaben, von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Amen.


Exkurs: Die Söhne Korahs – Von der Rebellion zur Anbetung

Es ist theologisch faszinierend, dass gerade die „Söhne Korahs“ diesen Psalm verfasst haben. Wer war Korah? In 4. Mose 16 lesen wir von der schrecklichen Rebellion Korahs gegen Mose und Aaron. Korah wollte die geistliche Führung an sich reißen und wurde durch ein göttliches Gericht gerichtet. Man hätte erwarten können, dass sein Name aus der Geschichte Israels getilgt würde.

Doch Gottes Gnade ist größer als menschliche Rebellion. In 4. Mose 26,11 heißt es kurz: „Aber die Söhne Korahs starben nicht.“ Die Nachkommen dieses Rebellen wurden später im Tempeldienst zu Türhütern und Sängern. Sie verfassten einige der schönsten Psalmen (Ps 42, 44-49, 84, 85, 87, 88).

Was lehrt uns das im Kontext von Psalm 47? Es lehrt uns, dass niemand zu tief gefallen ist, um ein Anbeter des großen Königs zu werden. Die Söhne Korahs wussten aus ihrer eigenen Familiengeschichte, was es bedeutet, wenn Gott „furchtgebietend“ ist. Aber sie wussten auch, was es bedeutet, „geliebt“ zu sein und ein „Erbteil“ zu erhalten. Wenn sie singen „Jauchzt Gott zu“, dann tun sie das als Begnadigte.

Das gilt auch für dich. Ganz gleich, wie deine Vergangenheit aussieht, ganz gleich, welche Rebellionen in deinem Stammbaum oder in deinem eigenen Herzen liegen: Der König der ganzen Erde lädt dich ein, Teil Seines Volkes zu sein. Die Geschichte der Söhne Korahs ist die Geschichte des Evangeliums im Alten Testament – von der Verdammnis zur Herrlichkeit des Lobpreises.


Abschließende Gedanken: Dein Platz im königlichen Chor

Wir haben Psalm 47 nun in seiner Breite und Tiefe betrachtet. Wir haben gesehen, dass er:

  1. Ein universaler Ruf an alle Menschen ist, Gott anzuerkennen.
  2. Ein historisches Zeugnis der Erwählung und Liebe Gottes ist.
  3. Eine prophetische Schau auf die Himmelfahrt Christi bietet.
  4. Eine Aufforderung zur Einsicht und zum bewussten Lobpreis darstellt.
  5. Die absolute Souveränität Gottes über alle politischen Mächte feststellt.

Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, die Welt gerate aus den Fugen, dann schlage Psalm 47 auf. Lies ihn laut. Nicht nur als Information, sondern als Proklamation. Du bist nicht Bürger eines untergehenden Reiches. Du bist Bürger des Reiches Gottes. Dein König ist nicht gewählt für vier oder acht Jahre; Er ist König von Ewigkeit zu Ewigkeit.

Lass den Jubel der Völker in deinem Herzen beginnen. Lass dein Leben ein „Maskil“ sein – ein einsichtsvolles Lied, das die Größe Gottes widerspiegelt. Denn am Ende des Tages, wenn alle Reiche dieser Welt vergangen sind, wird nur eines bleiben: Der Gott Abrahams auf Seinem heiligen Thron, umgeben von einem Volk, das Ihn über alles liebt.

„Denn Gott gehören die Schilde der Erde; er ist sehr erhaben.“ (Psalm 47,10 EB)

Gehe in diesem Bewusstsein in deinen Tag, in deine Woche und in dein Leben. Du dienst dem Höchsten. Es gibt keinen Grund zur Furcht, aber allen Grund zum Jubel. Jauchzt Gott zu, alle Welt!

Dem Wort Raum geben – Tiefer gehen mit den PsalmenEpisode 47 von 50

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